»kaffeekränzchen.«





»kaffeekränzchen.«

fotografie. hier & jetzt. liebe. zukunft.


die beste methode, das leben angenehm zu
verbringen ist, guten kaffee zu trinken.
und wenn man keinen haben kann, so soll man
versuchen, so heiter und gelassen zu
sein, als hätte man guten kaffee getrunken.
(jonathan swift)




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er sieht sie einfach nicht.

sie liegt in dem warmen bett. in dem schönen neuen was sie sich zusammen kauften. in zeiten wo alles aufregend und neu war, für das verliebte pärchen. nun muss sie an vergangene zeiten denken. an jene zeiten bevor der alltag eintrat. es waren augenblicke vollkommenem gückes, tage die viel zu schnell vergingen, obwohl sie versuchten jede sekunde einzufangen. keine einzige wollte sie getrennt von ihm sein. sie zählte nicht die stunden, sie verflogen von ganz allein. stunden in denen sie gemeinsam im bett verbrachten und nichts taten. nichts weiter als sich anzuschauen und mit geöffneten augen zu träumen, während es so wohltuend kribbelte in ihrer bauchgegend, weil sich die schmetterlinge in dieser zeit niemals ausruhen wollten. sie mochte das gefühle sehr und wollte nicht das es irgendwann endet.

irgendwann kam das leben. man konnte nicht ewig im bett liegen und die stunden verfliegen lassen, auch wenn sie es sich noch so sehr wünschte. es mussten pläne geschmiedet werden. was anfangs träumereien waren sollte sich als schwieriger herrausstellen. und so sah sie ihn jeden tag mehr von ihrer seite weichen, weil nun andere dinge wichtiger waren. das ist das leben, hatte er immer in einem ihr unbekannten, ernsten tonfall gesagt. sie besinnte sich und ihr wurde klar das er recht hat. aber konnte man die zukunft nicht gemeinsam anpacken, genau so harmonisch wie zuvor miteinander umgehen? anscheinend ist das so, wenn man ein leben vor sich hat, redete sie sich immer wieder ein. es gibt wichtigeres als mit ihm im bett zu liegen und zu träumen, sich stundenlang in den arm zu nehmen und für einige stunden auf einer anderen ebene zu schweben. und so vergingen die monate und er entfernte sich geistig und körperlich von ihr. und sie sagte ihrem unterbewusstsein immer, dass es okay sei, so wie es ist, dass sich bald alles ändere wenn sie ihre neue wohnung beziehen und beruflich neue wege einschlagen und dann endlich wieder ruhe einkehre.

sie konnte darüber nie mit ihm reden. wenn es zu emotional wurde, schaltete er ab. sie wisse doch, dass er in der hinsicht kühl sei, musst sie sich immer von ihm belehren lassen. somit blieb es immer in ihrem herzen. sie wollte ihre bedenken nicht mit freunden teilen, wollte nie schwäche zeigen.

nun liegt sie in ihrem bett. sie fragt sich, ob nun nicht langsam der punkt gekommen sei, wo ruhe eintreten sollte. er sagte es ihr doch immer. sie denkt wieder und wieder an die vergangenheit. von monat zu monat hat er sich mehr verschlossen. nie über seine gefühle geredet, nie nach ihren gefragt. sie lieben sich, das steht fest. aber wo ist das wirkliche gemeinsame leben? er versteckt es hinter seiner guten laune, parties, arbeit. wenn sie ihn fragt wie er sich fühle, antwortet er nur ihm ginge es gut und er liebe sie. aber wo ist der mensch? wo ist das innere? sie macht nichts falsch, das weiß sie im inneren, sie will nicht streiten, versucht nie etwas falsches zu sagen, dennoch passiert es so oft, dass ihm irgenetwas nicht passt und dann streiten sie sich dennoch, obwohl sie nie etwas unrechtes tun wollte, es ihm nur recht machen wollte.

sie weiß nichts über ihn, dass wird ihr von tag zu tag klarer und nun ist es wieder soweit dass sie im bett liegt, er liegt neben ihr. und in diesen momenten fühlt sie sich einsam. es bedrückt sie, aber sie weiß nicht was sie ändern soll. ihr leben ist ja schön wie es ist. aber es ist ein langsames entfernen voneinander. er ist der einzige mensch der sie zum weinen bringen kann, mit seinen worten und seinem kühlen herzen. er nimmt es oft nicht ernst. er weiß nicht was in ihr zerbricht, wenn sie sich streiten, was er anrichtet in ihrem herzen mit seiner wut. diese wut, die nicht sie hervorgerufen hat sondern ganz andere faktoren. aber woher soll sie es wissen, wenn er nie über seine gefühle redet. sie liegt im bett und weint. sie liebt ihn vo ganzem herzen.

[die vergangenheit wird niemals aufhören zu existieren] 

 

14.9.08 20:38
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Phil Ebert / Website (24.6.09 01:07)
Irgendwie find' ich mich in diesen Texten wieder. Ich hab nur diesen Auzug gelesen und wünsch' dir, dass sich alles findet.

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